Fahrplan
Startklar in vier Phasen: Was vor dem Einbau der Wärmepumpe erledigt sein muss
Bestandsaufnahme, Förderung, Baustelle, Einbautag: der Fahrplan bis zur laufenden Wärmepumpe – mit Zuständigkeiten und drei typischen Stolperstellen.
Bevor die Wärmepumpe ins Haus kommt, müssen vier Dinge stehen: eine Planung, die auf Ihrem Haus beruht, ein Förderantrag in der richtigen Reihenfolge, eine vorbereitete Baustelle und ein geordneter Einbautag. Der wichtigste Termin liegt vor dem ersten Handgriff – der Antrag bei der KfW muss gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen.
Der Fahrplan auf einen Blick
| Phase | Zeitpunkt | Ihre Aufgaben | Aufgaben des Fachbetriebs | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1 Bestandsaufnahme | vor dem Angebot | Unterlagen sammeln, Fragen notieren | Vor-Ort-Termin, Heizlast, Aufstellort | Angebot für Ihr Haus |
| 2 Auftrag und Förderung | nach Ihrer Entscheidung | Vertrag mit Förderklausel, Antrag stellen | BzA, Hilfe bei den Angaben | Antrag gestellt, Arbeiten können beginnen |
| 3 Baustelle vorbereiten | nach dem Antrag | Wege freiräumen, Nachbarn informieren | Fundament, Leitungsweg, Elektrik koordinieren | Haus bereit für die Montage |
| 4 Einbau und Übergabe | am Einbautermin | erreichbar sein, Einweisung wahrnehmen | Montage, Inbetriebnahme, Protokoll | Anlage läuft, Sie kennen die Regelung |
Die Phasen bauen aufeinander auf. Vor allem die Grenze zwischen Phase 2 und Phase 3 ist fest: Erst wenn der Antrag gestellt ist, beginnt die Arbeit am Haus.
Phase 1: Bestandsaufnahme – bevor es ein Angebot gibt
Wer: Sie und der Fachbetrieb. Wann: so früh wie möglich.
Ein gutes Angebot beruht auf Ihrem Haus, nicht auf einer Pauschale. Beim Vor-Ort-Termin sieht sich der Fachbetrieb Heizraum, Heizkörper, Zählerschrank und den möglichen Aufstellort an. Daraus entstehen Heizlast, Gerätegröße und ein Vorschlag für den Leitungsweg.
Ihr Teil ist die Vorbereitung: Verbrauchsabrechnungen mehrerer Jahre, Grundrisse, eine Liste der bisherigen Sanierungen, Fotos von Heizkörpern und Zählerschrank. Welche Unterlagen genau helfen, steht in der Übersicht zur Startklar-Mappe.
Zur Einordnung der Angebotssumme die Spannen von enerix (Stand 29.09.2026): Luft-Wasser-Wärmepumpe fürs Einfamilienhaus samt Montage 25.000–35.000 €, Erdwärmepumpe einschließlich Bohrung 30.000–50.000 €. Im Altbau kommen je nach Haus Nebenkosten hinzu.
Phase 2: Auftrag und Förderung – vor dem ersten Handgriff
Wer: Sie, der Fachbetrieb und gegebenenfalls ein Energieeffizienz-Experte. Wann: nach der Entscheidung für ein Angebot.
Die Reihenfolge ist fest:
- Bestätigung zum Antrag (BzA): Sie wird von einem Energieeffizienz-Experten oder einem Fachunternehmen erstellt.
- Vertrag mit Förderklausel: Der Liefer- und Leistungsvertrag enthält eine aufschiebende oder auflösende Bedingung für den Fall, dass die Förderung ausbleibt.
- Antrag bei der KfW: Sie stellen ihn im Portal „Meine KfW“.
- Erst dann: Beginn der Arbeiten.
Welcher Fördersatz gilt, entscheidet der Tag, an dem Sie den Antrag stellen. Bis zum 31.01.2027 kann zur Grundförderung von 30 % ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % kommen, und die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit liegen bei 28.000 €. Ab dem 01.02.2027 sinkt der Bonus auf 12 %, die Kostengrenze auf 27.250 €.
Ein praktischer Rat für den Fahrplan: Zählen Sie Vorarbeiten am Aufstellort sicherheitshalber zu den Arbeiten. Fundament, Wanddurchbruch und Umbau am Zählerschrank kommen deshalb erst nach dem Antrag an die Reihe.
Ist Ihr Haus startklar?
Der Fachbetrieb geht mit Ihnen Unterlagen, Förderreihenfolge, Aufstellort und Anschlüsse durch, bevor am Haus der erste Handgriff passiert.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Phase 3: Baustelle vorbereiten – nach dem Antrag
Wer: Fachbetrieb, Elektrofachbetrieb, bei Bedarf ein Baubetrieb – und Sie. Wann: zwischen Antrag und Einbautermin.
| Aufgabe | Wer | Spanne laut enerix (Altbau) |
|---|---|---|
| Fundament oder Konsole für das Außengerät | Fachbetrieb oder beauftragter Baubetrieb | 300–1.500 € |
| Elektrik und Zählerschrank | Elektrofachbetrieb | 500–2.000 € |
| Leitungsweg und Wanddurchführung | Fachbetrieb | im Angebot erfragen |
| Anmeldung beim Netzbetreiber | in der Regel der Elektrofachbetrieb | – |
| Wege und Heizraum freiräumen | Sie | – |
| Nachbarn informieren | Sie | – |
Quelle: enerix, Stand 29.09.2026.
Innerhalb der Phase ist diese Reihenfolge sinnvoll:
- Elektrik zuerst klären: Muss der Zählerschrank erneuert werden, kann das dauern, weil auch der Netzbetreiber beteiligt ist.
- Fundament setzen lassen: Es muss fest und tragfähig sein, bevor das Außengerät darauf steht.
- Leitungsweg vorbereiten: Wanddurchführung und Rohrwege stimmt der Fachbetrieb mit Ihnen ab.
- Kurz vor dem Termin freiräumen: Heizraum, Kellerflur, Gartenweg.
Die Nachbarn zu informieren, ist mehr als Höflichkeit. Am Einbautag kann es laut werden, und vielleicht wird ein gemeinsamer Weg gebraucht. Für den späteren Betrieb plant der Fachbetrieb Abstand und Ausblasrichtung so, dass am Nachbarhaus die Richtwerte der TA Lärm eingehalten werden – im reinen Wohngebiet nachts 35 dB(A).
Viel Abstimmung braucht der Strom. Ob der Zählerschrank Platz für einen eigenen Wärmepumpenzähler hat, sollte früh feststehen. Ein eigener Zähler öffnet die Tür zu günstigeren Tarifen: Wärmepumpenstrom über einen eigenen Zähler kostete laut Verbraucherzentrale NRW durchschnittlich 24 ct je kWh – gegenüber 31,5 ct ohne ihn (Stand 20.02.2026).
Wie Fundament, Leitungen und Zugänge im Einzelnen vorbereitet werden, steht im Beitrag Aufstellort und Anschlüsse.
Phase 4: Einbautag und Übergabe
Wer: der Fachbetrieb – Sie sind erreichbar. Wann: am vereinbarten Termin.
Vor dem Termin sind Heizraum und Transportweg frei, der Zählerschrank ist zugänglich, und für die Zeit ohne Warmwasser haben Sie einen Plan. Wie lange die Unterbrechung dauert, hängt vom Projekt ab; fragen Sie den Fachbetrieb vorher danach.
Am Vortag lohnt ein letzter Rundgang: Ist ein Stellplatz für das Montagefahrzeug frei? Sind Hauptwasserhahn, Sicherungskasten und Gaszähler gut erreichbar? Sind Haustiere versorgt und Wertvolles aus dem Kellerflur geräumt?
Beim Einbau wird die alte Anlage abgebaut – für die Entsorgung nennt enerix 500–2.000 € –, die Wärmepumpe montiert, das System befüllt und in Betrieb genommen. Zur Übergabe gehören:
- eine Einweisung in Regelung, Heizkurve und Warmwasser
- das Inbetriebnahmeprotokoll mit den Einstellungen
- Bedienungsanleitung und Rechnung, gut aufbewahrt, auch für die Förderung
- die Nachricht an den Schornsteinfeger, dass die alte Feuerstätte stillgelegt ist
Nach dem Einbau: die ersten Wochen
Mit der Inbetriebnahme endet die Vorbereitung, aber nicht der Fahrplan. In den ersten kalten Wochen zeigt sich, ob die Heizkurve passt. Notieren Sie, wann welcher Raum zu kühl oder zu warm wird, und vereinbaren Sie einen Termin zum Nachjustieren.
Parallel geht es um den Zuschuss: Sind die Arbeiten fertig, folgen die Nachweise für die Auszahlung, ebenfalls über „Meine KfW“. Welche Unterlagen verlangt werden, regelt das Merkblatt – halten Sie Rechnung und Protokoll deshalb griffbereit.
Drei Stolperstellen im Fahrplan
- Arbeiten vor dem Antrag: Wer zu früh anfängt, setzt die Förderung aufs Spiel.
- Zählerschrank zu spät geprüft: Ein nötiger Umbau verschiebt sonst den Einbautermin.
- Transportweg vergessen: Passt der Speicher nicht durch Tür oder Treppe, steht die Montage still.
Alle drei lassen sich mit einem Blick auf den Fahrplan vermeiden. Die Checkliste fasst ihn zum Abhaken zusammen:
Startklar-Liste vor dem Einbau
Zehn Punkte, die vor dem Einbautermin geklärt sein sollten – ungefähr in der Reihenfolge, in der sie anfallen.
Ist Ihr Haus startklar?
Der Fachbetrieb geht mit Ihnen Unterlagen, Förderreihenfolge, Aufstellort und Anschlüsse durch, bevor am Haus der erste Handgriff passiert.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Ein Fahrplan nimmt Ihnen die Arbeit nicht ab, aber er sorgt dafür, dass jeder Schritt zur richtigen Zeit kommt. Besprechen Sie ihn früh mit dem Fachbetrieb – dann ist Ihr Haus startklar, wenn die Wärmepumpe kommt.
Häufige Fragen
Darf ich vor dem Förderantrag schon mit Vorarbeiten beginnen?
Gehen Sie auf Nummer sicher. Nach den Förderregeln muss der Antrag bei der KfW gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen. Planung, Vor-Ort-Termin und ein Vertrag mit Förderklausel dürfen vorher stattfinden; Fundament, Leitungen und Elektrik gehören in die Zeit nach dem Antrag.
Was ändert sich nach dem 31.01.2027?
Wer ab dem 01.02.2027 beantragt, bekommt statt 16 % nur noch 12 % Klimageschwindigkeitsbonus, und die Kostengrenze der ersten Wohneinheit fällt von 28.000 € auf 27.250 €. Es zählt das Datum, an dem der Antrag gestellt wird – nicht der Einbautermin.
Wer kümmert sich um die Anmeldung beim Netzbetreiber?
Das übernimmt üblicherweise der Elektrofachbetrieb, der den Anschluss herstellt. Lassen Sie sich im Angebot bestätigen, wer diese Aufgabe hat und bis wann sie erledigt ist.
Was gehört zur Übergabe?
Der Fachbetrieb nimmt die Anlage in Betrieb, dokumentiert die Einstellungen und erklärt Ihnen Regelung, Heizkurve und Warmwasser. Bewahren Sie Protokoll und Rechnung gut auf, auch für die Förderung.
Quellen
- KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458) (datiert 09/2026)
- finanznachrichten.de: Neue KfW-Heizungsförderung – was jetzt gilt und warum der Zuschuss ab 2027 weiter sinkt (datiert 21.09.2026)
- evion Ingenieure: KfW-Heizungsförderung Zuschuss 458 (datiert 09.07.2026)
- enerix: Was kostet eine Wärmepumpe? (datiert 29.09.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (datiert 20.02.2026)
- 42watt: Wärmepumpe – Abstand zum Nachbarn und Lautstärke (datiert 13.03.2026)